Der Shkhara-Gletscher in Georgien

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Shkhara-Gletscher in Georgien: Eine Wanderung zum höchsten Berg des Landes  – auch für Nicht-Bergziegen

Zwischen Geröll, Gletscherwasser und grandiosen Ausblicken
Wer nach Swanetien reist, kommt an einem Namen kaum vorbei: Shkhara. Mit 5.203 Metern ist er der höchste Berg Georgiens und einer der markantesten Gipfel des Großen Kaukasus. Sein mächtiger Gletscher zählt zu den beliebtesten Wanderzielen der Region und zieht jedes Jahr Naturliebhaber, Fotografen und ambitionierte Wanderer an.
Ich gehöre ehrlich gesagt nicht zu den Menschen, die ihre Freizeit bevorzugt in den Bergen verbringen. Als überzeugter Städter tausche ich Asphalt eher selten gegen Geröll. Trotzdem stand für mich fest: Wenn ich schon einmal in Swanetien bin, dann möchte ich den Shkhara-Gletscher wenigstens aus der Nähe erleben.
Rückblickend kann ich sagen: Es war anstrengend. Aber jede Schweißperle wert.

Der Shkhara – Georgiens höchster Gipfel

Der Shkhara erhebt sich direkt an der Grenze zwischen Georgien und Russland und bildet einen Teil der imposanten Kaukasus-Hauptkette. Sein Gletscher speist den Enguri, den längsten Fluss Westgeorgiens. Die Region gehört zu den ursprünglichsten Landschaften Europas und ist geprägt von schroffen Felswänden, schneebedeckten Gipfeln und den berühmten mittelalterlichen Wehrtürmen Swanetiens.
Ausgangspunkt vieler Wanderungen ist Uschguli, das auf rund 2.100 Metern Höhe liegt und als eine der höchstgelegenen dauerhaft bewohnten Siedlungen Europas gilt. Gemeinsam mit den historischen Wehrtürmen gehört das Dorf zum UNESCO-Welterbe.

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Der mächtige Shkhara!

Zwei Wege zum Gletscher

Viele Wanderfreunde starten direkt in Uschguli. Von dort führt der Weg entlang des Enguri bis zum Shkhara-Gletscher und wieder zurück. Die komplette Wanderung umfasst rund 16 Kilometer und dauert – je nach Kondition und Fotopausen – etwa sechs bis sieben Stunden.
Ich habe mich bewusst für die kürzere Variante entschieden. Mit dem Geländewagen ging es zunächst bis zu einem Parkplatz näher am Gletscher. Von dort sind es nur etwa zwei Kilometer bis zum Ziel.
“Nur” zwei Kilometer klingt zunächst nach einem gemütlichen Spaziergang.
Ist es nicht!

Zwei Kilometer, die länger wirken

Der Weg beginnt überraschend entspannt. Sanfte Wiesen, blühende Pflanzen und das beruhigende Rauschen des Enguri begleiten die ersten Meter. Doch schon bald verändert sich die Landschaft grundlegend.
Das Grün verschwindet zunehmend, stattdessen bestimmen große Steine, lose Felsen und unebenes Gelände den Weg. Von diesem Moment an wanderte mein Blick kaum noch in Richtung Gipfel. Er war fast ausschließlich auf den Boden gerichtet. ⇒ Schaut euch dazu mal den kleinen Film an!

Jeder Schritt musste sitzen

Wer hier unachtsam wird, riskiert schnell ein Umknicken oder einen Sturz. Gerade deshalb empfand ich die Strecke deutlich anstrengender, als es die Distanz vermuten lässt. Obwohl der Gletscher scheinbar ständig vor Augen liegt, scheint er kaum näherzukommen.
Für die rund zwei Kilometer benötigten wir etwa eineinhalb Stunden. Der Rückweg verlief mit etwa 75 Minuten etwas schneller, verlangte auf dem steinigen Untergrund aber weiterhin höchste Konzentration.

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Bingo - geschafft!

Der Moment am Gletscher

Irgendwann öffnet sich der Blick endgültig.
Vor einem liegt der mächtige Shkhara-Gletscher, darüber ragt die schneebedeckte Nordwand des höchsten georgischen Berges in den Himmel. Gewaltige Eisfelder treffen auf dunkle Felsen, Schmelzwasser (= Ursprung des Enguri) bahnt sich seinen Weg talwärts, und die Dimensionen des Kaukasus werden plötzlich greifbar.
Spätestens hier geraten die Strapazen des Aufstiegs in den Hintergrund.
Die Landschaft wirkt ursprünglich, rau und beinahe unberührt. Für Fotografen eröffnet sich eine spektakuläre Kulisse mit ständig wechselnden Lichtstimmungen, faszinierenden Strukturen und beeindruckenden Perspektiven.

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Ursprung des Enguri

Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Auch wenn die kürzere Route technisch nicht als Hochgebirgstour gilt, sollte man sie keinesfalls unterschätzen.
Stabile Wanderschuhe sind praktisch unverzichtbar. Ebenso gehören ausreichend Wasser, Sonnenschutz und wetterfeste Kleidung in den Rucksack. Das Wetter im Kaukasus kann innerhalb kurzer Zeit umschlagen, und Schatten gibt es auf weiten Teilen der Strecke kaum.
Wer die komplette Wanderung ab Uschguli plant, sollte außerdem eine gute Grundkondition mitbringen und genügend Zeit einplanen.

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Mein Fazit

Ich werde vermutlich auch künftig kein leidenschaftlicher Bergwanderer werden.
Aber der Shkhara-Gletscher war jede Anstrengung wert.
Gerade weil ich keine Bergziege bin, weiß ich dieses Erlebnis heute besonders zu schätzen. Der Weg fordert Konzentration und Ausdauer, belohnt aber mit einer Landschaft, die zu den eindrucksvollsten gehört, die ich bisher erleben durfte.
Wer Georgien besucht und den Kaukasus kennenlernen möchte, sollte den Shkhara-Gletscher unbedingt einplanen. Ob auf der kompletten Wanderung ab Uschguli oder – so wie ich – auf der kürzeren Variante: Diese Begegnung mit Georgiens höchstem Berg bleibt lange in Erinnerung.

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